Die Weinjahrgänge

 

Wein ist ein Naturprodukt und verändert sich auch noch nach der Abfüllung.. Dabei verwandelt sich der zunächst frische, spritzige, jugendliche Wein zu einem harmonischen- fruchtigem Tropfen.

Das leben des Weines ist dem des Menschen ähnlich. Wie der Mensch ist der Wein erst einmal stürmig und jung (Federweiser), danach kommt die Zeit des Reifens und Verfeinerns. Hierbei werden besonders die beim Riesling vorhandenen Aromen ausgeprägt. Gegen Ende des Weinlebens bekommt der Wein eine zunehmend Firne (Alterungston). Dieser Lebenszyklus des Wiens erstreckt sich beim Riesling über etliche Jahre, bei hochwertigen Weinen ab Auslese mindestens 15-20 Jahre. Beeren und Trockenbeerenauslesen sowie Eisweine besitzen ein fast unvergängliches Leben. Die Folgenden Angaben beziehen sich jeweils auf Rieslingsweine bei sachgemäßer Lagerung:

 

1989er

Im Jahr 1989 gab es sehr unterschiedliche Mengenerträge. Dort wo die Menge zu groß war, gab es überwiegend QbA- und Kabinettweine. In unseren Weinbergen mit reduziertem Mengenertrag dagegen wurden edelste Kredenzen geerntet. Feiner Botrytiston und eine übergroße Fülle prägen diese Weine. Durch hohe zuckerfreie Extraktwerte, erinnern diese Spät- und Auslesen an Weine aus den Jahrhundehrjahrgängen wie 1976 und 1971.

 

1990er

Das Jahr 1990 brachte bei geringen Erträgen hohe Qualitäten im Spät- und Auslesebereich hervor. Die Weine dieses Jahrgangs mit einer hohen aber sehr angenehmen Säure präsentieren sich am besten im halbtrockenen Bereich.

 

1991er

Das Jahr 1991 wurde durch eine lang anhaltende Trockenheit im Sommer bestimmt, weshalb das Rebwachstum trotz herrlichen Sonnenscheins stagnierte. Erst im September kam der erhoffte Regen. Die meisten Weine dieses Jahrgangs sind

Qualitätsweine im oberen Bereich dieser Qualitätsstufe. Der Weinsäureanteil der 1991er ist mit bis zu 80 % sehr hoch, so

das sich stoffige und rassige Weine mit ansprechendem Fruchtaroma und überraschend viel Fülle entwickelten.

 

1992er

Das Jahr 1992 brachte Weine hervor, die nicht zuletzt aufgrund des hohen Anteils an reifer Weinsäure, eine ausgewogene Harmonie und Eleganz in allen Qualitätsstufen besitzen. Dementsprechend fein sind diese Weine, die oft nicht ganz durchgegoren sind. Sie präsentieren sich häufig mit einigen Gramm natürlicher Restsüße, die ihnen sehr gut steht. 

 

1993er

Das Jahr 1993 ist geprägt von einem wahren Bilderbuchsommer der teilweise durch Regen im Herbst beeinträchtigt wurde. Dennoch wurden gute bis sehr gute Qualitäten geerntet. Durch gezieltes Ausdünnen im Spätsommer haben einige Betriebe gleich zwei Faktoren günstig beeinflusst. Zum einen blieben die Trauben gesünder als der allgemeine Durchschnitt, zum anderen stieg, nach dem Menge-Güte-Prinzip, das Mostgewicht um bis zu 15° Ö an. Gegen Ende der Lese konnte dann in diesen Weinbergen der Botrytispils doch noch einige vollreife Auslesen erzeugen, aus denen in mühseliger Kleinarbeit wunderschöne Beerenauslesen entstanden.

 

1994er

Das Jahr 1994 war bestimmt durch einen langen, warmen Sommer. Der anschließende Herbst brachte Weine hervor die

überwiegend im Kabinettbereich liegen.

 

1995er

Das Jahr 1995 war bis Anfang August sehr heiß und dann extrem feucht und auch relativ kühl bis zur Weinlese. Der anschließende Herbst brachte überwiegend Qualitätsweine und Kabinette.

 

1996er

Das Jahr 1996 war auffällig trocken, so daß speziell in den Steillagen das Wachstum stagnierte und die Erntemenge extrem gering war. Die Qualitäten schwankten zwischen Qualitätsweinen und einzelnen Spätlesen.

 

1997er

Das Jahr 1997 war bis Anfang August feuchter und kälter als im langjährigen Mittel. Der August und September waren extrem warm mit sehr viel Sonnenschein. Das Mostgewicht konnte dadurch noch stark ansteigen und den schlechten Frühsommer ausgleichen. Die Qualitäten lagen meist im Kabinettbereich.

 

1998er

Das Jahr 1998 war insgesamt wärmer als im langjährigen Mittel. Die Qualitäten lagen im Kabinett und Spätlesebereich.

 

1999er

Das Jahr 1999 hatte überdurchschnittlich viele Sonnenscheintage und zusätzlich genügend Regenfälle im Sommer. Die Weinernte war daher etwas größer als im langjährigen Mittel. Die Qualitäten waren dennoch erfreulich hoch. In den Flachlagen überwiegend Qualitätsweine, in den Steillagen viele Kabinett- und Spätleseweine.

 

2000er

Das Jahr 2000 begann mit einem sehr schönen, warmen Frühling. Dadurch bedingt war der Austrieb der Reben vor dem langjährigen Mittel. Der Sommer war geprägt durch überdurchnittliche Regenmengen. Dieser Mix aus viel Regen und einigen warmen Tagen blieb bis zur Weinlese im Herbst erhalten. Dadurch mussten für qualitätsvolle Weis- und Rotweine bei der Handlese die faulen Trauben aussortiert werden. Speziell die Weine des Rüdesheimer Berges haben wegen Ihrer leichten und Wasserdurchlässigen Böden den vielen Regen gut vertragen. In dem flacheren Weinbergen wurden überwiegen Qualitätsweine geerntet, in den Hang und Steilhanglagen dagegen Kabinett und Spätlesewein.

 

Für hochwertige Rotweine gelten diese Angaben ebenfalls. Bei Weinen anderer Rebsorten (z.B. Müller-Thurgau) gelten in der Regel kürzere Zeitspannen, weil hier die typische Rieslingssäure fehlt.

 

 

 

 

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